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Der verleugnete Rassismus und unsere Privilegien

Tupoka Ogette beschreibt in ihrem Buch “exit RACISM.” (auch als Hörbuch auf unterschiedlichen Streamingplattformen verfügbar) das Happyland, als fiktiven Ort an dem wir uns als Weiße befinden, bevor wir Rassismus als Problem in unserer Gesellschaft und in uns selbst wahrnehmen, wie folgt: 

„Happyland ist eine Welt, in der Rassismus das Vergehen der Anderen ist. In Happyland wissen alle Bewohner*innen, dass Rassismus etwas Grundschlechtes ist. Etwas, das es zu verachten gilt. Rassismus ist in Happyland enorm moralisch aufgeladen.”

Tupoka Ogette. „exit RACISM.“

Für Happyländer*innen sind dementsprechend nur rechte Politker*innen, Neonazis, und Hitler rassistisch und an diesem “Fakt” sollte man auch nicht zweifeln, denn ausgerechnet weil Rassismus für Happyländer*innen nur im rechtesten Eck unserer Gesellschaft stattfindet, fühlen sie sich zutiefst beleidigt, wenn man ihre Aussagen oder Handlungen als rassistisch bezeichnet.

„Die*der Happyländer*in entscheidet, wann und wie das Gesagte beim Empfangenden ankommt, wie es sich anfühlt oder anzufühlen hat. »Ich habe es nicht so gemeint, also musst Du nicht so beleidigt tun.“

Tupoka Ogette. „exit RACISM.“

In unserem Happyland ist für Rassismus also kein Platz. Nicht das es ihn nicht geben würde, nein, wir reden nicht über ihn, wir lernen wenig bis nichts über seine Geschichte und können uns deshalb bequem zurücklehnen, und außer acht lassen, dass es in unserer Gesellschaft ein seit Jahrhunderten existierendes Rassismus-Problem gibt und dass sich dieses nur lösen kann, wenn wir Weiße uns selbstreflektiert mit der Thematik auseinandersetzen und unsere Privilegien nutzen, um die Gleichbehandlung aller voranzutreiben.

Im Geschichtsunterricht aber auch ganz allgemein in der Schule wird der historische Kontext von Rassismus kaum thematisiert. Es ist wichtig zu verstehen wo jene Rassismen und Vorurteile herkommen und welche Strukturen dem ganzen zugrunde liegen. Denn dem Rassismus, wie er auch heute noch in unserer Gesellschaft tief verankert ist, liegt eine lange Geschichte an Versklavung, Kolonialismus sowie Macht- und Herrschaftsverhältnissen von Seiten der Weißen zugrunde.

Wer also die Geschichte des Rassismus verstehen möchte sollte nicht in unsere Schulbücher blicken, denn diese werden die Ausbeutung und den Handel mit Menschenleben nur am Rande erwähnen ohne zu erklären wie vieles in Europa auf dem Rücken “der Anderen” erbaut wurde und wie diese Systeme noch heute nachwirken. 

Wer beginnt sich mit der Geschichte des Rassismus und den rassistischen Strukturen und Verhaltensmuster unserer Gemeinschaft und unseres Staates auseinanderzusetzen, wird ab einem gewissen Punkt Schuld empfinden. Tupoka Ogette schreibt darüber folgendes:

„Ich wünsche mir für Dich – und mich – dass Du das Wort Schuld durch Verantwortung ersetzen kannst. Verantwortung für die eigene Positionierung in einer Welt, die weder Du noch jemand, den Du kennst, so erschaffen hat, aber von der Du als weißer Mensch profitierst und so ein System am Leben erhältst, welches andere Menschen unterdrückt und beschädigt. Verantwortung zu übernehmen, ist produktiv, du bist dir der Vergangenheit bewusst und nach vorne gerichtet. Verantwortung macht aktiv.“

Tupoka Ogette. „exit RACISM.“

Hier findet ihr Teil 1 „How to be an Ally“ & Teil 3 „Check your Privelege!“.

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