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Ob im Prater, im Skatepark oder bei der Auswahl des nächsten Horrorfilms. Immer und immer wieder wird mir gesagt: Sei doch keine PUSSY! Aber warum denn eigentlich? Als STOLZE PUSSY ist es an der Zeit, das Schweigen zu brechen und einmal zu erklären, was mich so stark macht und warum gerade der Penis im Zweikampf gegen mich verlieren würde. Sorry Jungs, da müsst ihr jetzt durch. 

Alles begann als man mit dem Englischen Wort „Pussy“, zu Deutsch „Muschi“, eine verniedlichende Bezeichnung für kleine Kätzchen suchte. So kleine Babykatzen sind ja auch wirklich süß. Wie dann allerdings ein Kosewort für Kätzchen zur Bedeutung einer Vulva kam, ist mir bis heute schleierhaft. Denn als süß oder niedlich würde ich mich nie bezeichnen. Mit einer ausgewachsenen Katze, die eine Muskelkraft besitzt, die verhältnismäßig die eines Menschen bei weitem übersteigt, würde ich mich noch eher vergleichen, doch das ist eine andere Geschichte. Meine Existenz zu verniedlichen war leider erst der Beginn dieser fürchterlichen Fehldeutung. Gehen wir in der Geschichte weiter, blieb die Bezeichnung „Pussy“ bestehen, doch fand diese im Laufe der Jahre immer mehr negative Konnotationen. Dem süßen kleinen Kätzchen hat man die Furchtlosigkeit abgesprochen – meiner Meinung nach zu Unrecht, denn jeder, der Babykatzen kennt, weiß dass diese mehr als entdeckungsfreudig sind. Und so erfanden – ich vermute – fiese Jungs das Wort neu, um schwächere Kollegen damit zu beleidigen. Tja, wer meiner Erzählung folgen kann, stellt fest, dass nun bereits zwei Missinterpretationen vorliegen. Weder Kätzchen noch ich und alle meine Vulva-Freund*innen sind schwach. Wusstet ihr, dass ich als Pussy eigentlich ein richtiges Muskelpaket bin? Im Vergleich zu mir, könnte sich so mancher das Fitnesscenter sparen. Ich bestehe nämlich von Haus aus aus glatten und quergestreiften Muskeln, die in ihrem Zusammenwirken verhältnismäßig mehr stemmen können als so mancher Muskelprotz im FitInn. Im Jahr 2009 hat eine meiner Kolleginnen 16,5 Kilo angehoben! Zu alledem sind wir trotz unserer Stärke unglaublich dehnbar, man möchte meinen wir sind Gewichtheberinnen und Yogameisterinnen zugleich. Und doch sind wir noch um einiges vielfältiger und vor allem empfindlicher. Wir reagieren auf Berührungen und Stimulationen mit rund achttausend Nervenenden – im Vergleich zum Penis, der nur rund viertausend Nervenenden in der Eichel besitzt. Wer nun meint, dass der Penis aufgrund seiner Größe dennoch beeindruckender ist, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Denn die Größe der Klitoris steht der des Penis nicht um vieles nach und auch wir wachsen, wenn wir erregt sind. Beeindruckend, oder? Es gäbe noch so viel mehr über mich zu erzählen, zum Beispiel, dass ich mich von allein reinige, doch nun ist erstmal Schluss, schließlich will ich hier niemanden überfordern. Ich hoffe ihr überlegt euch das nächste Mal gut, wen ihr als „Pussy“ bezeichnet. Und für alle, die immer wieder „Pussy“ genannt werden, hebt den Kopf und bedankt euch, denn wer möchte nicht eine Pussy sein? 

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