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Easy Deepfake

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Du willst einfach nur wissen, wie wir unser Deepfake erstellt haben? Überspring den ersten Teil.

Worum geht es überhaupt?

Deepfakes sind Videos, in denen das Gesicht einer Person mit dem einer anderen ausgetauscht wurde. Ähnlich wie bei Snapchats Face-Swap-Filter, nur wird meist Künstliche Intelligenz in Kombination mit herkömmlichen Videobearbeitungstechniken genutzt, um überzeugendere Ergebnisse zu erzielen. Bei diesen KI-basierten Deepfakes erlernt ein neuronales Netzwerk die Gesichtszüge einer Person und kann diese dann in einem beliebigen Video einsetzen.
Auch wenn Deepfakes schon länger bekannt sind, wurden erst in den letzten Jahren vermehrt Videos auf diese Art manipuliert. Vielleicht kennst du ja eines der Obama Deepfakes – oder Nicolas Cage als Joe Exotic.

Laut einer Studie aus 2019 wurden bei 95% aller Deepfakes die Gesichter weiblicher Celebrities auf Pornodarstellerinnen gesetzt. Dies geschieht ohne die Einverständnis der Betroffenen und macht die Problematik von Deepfakes deutlich: Es können mit relativ wenig Knowhow realistische Videos erstellt werden, in denen Menschen Dinge tun, die sie nie gemacht haben.
In einem Artikel zu Deepfakes in unserer aktuellen Printedition wird genauer auf die Problematiken und Möglichkeiten der Erkennung eingegangen. Hier geht es darum, wie wir selbst auf recht einfache Weise unsere eigene Art Deepfake erstellt haben.

Import, Gesicht neu, Export

Anstatt der recht zeitintensiven Verwendung eines neuronalen Netzwerks kam Lens Studio zum Einsatz. Dieses von Snapchat entwickelte Programm ist eigentlich für die Erstellung von Facefiltern konzipiert, lässt sich aber ganz gut für Deepfakes zweckentfremden.
Basierend auf einer Vorlage kann ein beliebiges Portrait hinzugefügt werden, welches von Lens Studio in Echtzeit auf ein Video angewandt wird. Praktischerweise kann ein eigenes Video importiert und anschließend mit manipuliertem Gesicht wieder exportiert werden. Vorteile: Man muss keine Programmierkenntnisse haben, es funktioniert unkompliziert und schnell. Nachteile: Das neue Gesicht wird wie eine Art Maske auf das Gesicht im Video gelegt, der Kopf (beziehungsweise der Gesichtsrand), die Augäpfel und die Zähne bleiben unverändert. Auch werden zum Beispiel Lippen in ihrer Form den vorhandenen angepasst, was zu interessanten Ergebnissen führt, allerdings wenig mit den tatsächlichen Gesichtszügen der Person zu tun hat. In dieser Hinsicht handelt es sich also vielleicht nicht um ein „echtes“ Deepfake, da eher ein Mischgesicht erstellt wird als ein Gesicht durch ein anderes ersetzt. Da sich diese Mischgesichter aufgrund ihrer Ähnlichkeiten allerdings hervorragend aneinanderreihen lassen, eigneten sie sich recht gut für unsere Zwecke.

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