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Die Sache mit der Politik

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Therese ist nicht nur seit sie vierzehn ist aktives Mitglied einer Partei, neben Schule und Uni engagiert sie sich auch zusätzlich in ihrer Freizeit und arbeitet freiwillig bei Vereinen oder Aktionen mit. Wie geht sich das überhaupt aus neben Lernen, Freunde treffen und Hobbies? Wir haben mit ihr über Politik, Engagement und die Welt gesprochen.

Was bedeutet es für dich politisch aktiv zu sein und was inspiriert oder motiviert dich so daran?

Therese: Für mich bedeutet politisch aktiv zu sein, etwas beizutragen. Das muss nicht unbedingt in einer Partei sein, das kann auch einfach allgemein gesellschaftspolitisch gemeint sein. Ich finde es einfach wichtig, etwas beizutragen – ob das jetzt beim Roten Kreuz, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei den Pfadfindern, beim Kirchenchor oder eben in einer Partei ist, ist dabei für mich egal. Denn genau diese Leute machen den Unterschied – anstatt nur zu jammern und ständig an allem etwas auszusetzen, nehmen sie die Sache selbst in die Hand und engagieren sich für ihre Prinzipien.

Therese du bist seit der Unterstufe Mitglied einer Jugend-Partei und engagierst dich zusätzlich in Vereinen, erzähl‘mal ein bisschen, was du überhaupt machst.

Therese: Ich war immer aktiv in den diversen Vereinen – als Kind war ich bei der Jungschar, später bei den Pfadfindern, und jetzt in der Politik sowie in der Studentenverbindung im Rahmen meines Masterstudiums. Im Zuge meiner politischen Tätigkeit geht es vor allem darum, für die Kinder und Jugendlichen in meinem Heimatort Möglichkeiten zu schaffen – diese reichen vom Öffi-Ausbau, über die Durchführung von Jugendumfragen, bis hin zur Errichtung von Sportplätzen und dem Ausfüllen von Förderungsanträgen für verschiedenste Projekte. Eines meiner Lieblingsprojekte war ein Kinder-Skaterplatz, den wir nach langen Diskussionen im Gemeinderat errichtet haben. Das ist auch wirklich erfüllend, wenn man dann ab und zu dort vorbei schaut und sieht, was für eine Freude man den Kindern aus seinem eigenen Heimatort bereiten konnte.

Wie bist du denn in die Politik gekommen?

Therese: Als wir die Jugend-Gruppe meiner Partei in meinem Heimatort gegründet haben, hatte das einen ganz einfachen Grund: wir wollten in unserem “Schlafort” wieder Veranstaltungen haben. Also haben wir die Gruppe gegründet – wir waren etwa sieben Leute, die sich alle aus dem Kindergarten kannten und die alle den Ort wieder etwas beleben wollten.

Wie wird Politik innerhalb einer Jugend-Partei überhaupt in der Praxis betrieben?

Therese: Jede Jugend-Partei hat ja eine “Mutterpartei”. Ob das jetzt die SPÖ bei der Sozialistischen Jugend ist, die NEOS bei den JUNOS oder die ÖVP bei der Jungen ÖVP. Das heißt, als Junge ist es wichtig, einen guten Draht zur Mutterpartei zu haben und ständig im Kontakt zu stehen. Meistens besprechen uns zuerst innerhalb unserer Gruppe. Da geht es um Veranstaltungspläne, inhaltliche Themen oder auch  parteipolitische Änderungen, die wir uns wünschen würden. Nachdem wir uns dann intern geeinigt haben, tragen meistens ein oder zwei Vertreter*innen von uns diese Ideen der “Mutterpartei” in deren Sitzungen vor. Und dann wird diskutiert – oft sehr heftig, weil wir natürlich auch sehr fordernd und kritisch sind. Aber mir bereitet das unglaubliche Freude, weil man im Endeffekt einfach so viel für die Allgemeinheit erreichen kann!

Hast du dabei die Möglichkeit dich für deine Überzeugungen einzusetzen?

Therese: Ja, definitiv! Wie bereits bei der letzten Fragen beschrieben, ist das nicht immer einfach. Naja, also sich dafür einzusetzen, ist eigentlich extrem einfach. Aber die Umsetzung eben nicht immer, weshalb es für die Politik wirklich viel Herzblut braucht.

Hast du das Gefühl die Partei hat dich in deinen Überzeugungen beeinflusst?

Therese: Ich glaube das ist unumgänglich, wenn man über zehn Jahre lang oft bis zu zwanzig Stunden pro Woche in die Politik investiert. Ich finde aber schon, dass gerade die Partei, in der ich engagiert bin, eine Plattform für die verschiedensten Meinungen bietet. Ich kann mich an viele, intensive Diskussionen mit Leuten aus meiner Partei, die dreißig-vierzig Jahre älter sind, gut erinnern. Und auch wenn man da manchmal grantig rausgeht, der Austausch lässt einen nachdenken und ich glaube, sowohl ich als auch meine Diskussionspartner*innen haben schon viel voneinander gelernt.

Gibt es für dich Vorbilder in der Politik oder im sozialen Engagement?

Therese: Ich bin ein großer Fan vom Ehepaar Obama – in jeglicher Hinsicht.

Du engagierst dich außerhalb der Partei doch auch noch anderweitig. Wie bist du auf deine bisherigen Engagements gekommen und was war bei der Auswahl wichtig?

Therese: Ich glaube ich entscheide mich da wirklich danach, was gesellschaftspolitisch gerade aktuell und für mich zu dieser Zeit wichtig ist und auch reinpasst. Als ich 2015 Gewand und Dinge des täglichen Gebrauchs für Flüchtlinge gesammelt habe, war das wichtig für mich, weil es meine tiefe, innerliche Überzeugung ist, dass Menschen in solchen Situationen unter die Arme gegriffen werden muss. Als ich 2018 zum Studieren ins Ausland gegangen bin und mich begonnen habe, in der dortigen Studentenvertretung zu engagieren, war das, weil ich gesehen habe, was die dort für einen tollen Job machen. Die Veranstaltungen, Projekte und wie die Studentenvertretung alle Student*innen versucht hat zu unterstützen, hat mich beeindruckt. Also wollte ich da mitmachen und auch meinen Beitrag leisten.

Wie geht sich das überhaupt aus neben Schule und Freizeit?

Therese: Das frage ich mich manchmal selber 😉 aber wenn einem was wichtig ist, dann findet man die Zeit. Man darf das Ganze nicht als Verpflichtung sehen. Ich habe durch mein Engagement so viele Freund*innen gefunden. Selbst wenn ich nach der Arbeit manchmal gar keine Lust habe, noch zu einer Sitzung zu fahren, weiß ich, dass ich dort auch meine Freund*innen treffe und sich die ganze Arbeit im Endeffekt eigentlich immer bezahlt macht.

Was war dein schönstes Erfolgserlebnis bisher?

Therese: Alles, was ich in meinem Heimatort bisher umsetzen konnte, war mir extrem wichtig. Aber mein Herzensprojekt war tatsächlich der zuvor beschriebene Skaterplatz. Was mich parteiintern immer sehr freut, ist, wenn neue, ganz junge Leute sich dazu entscheiden, unserer Jugend-Partei beizutreten. Das zeigt einem dann, dass man irgendetwas richtig macht und das ist natürlich ein schönes Lob. 🙂 

Was würdest du dir selbst für Tipps geben, wärst du nochmal am Beginn deines politischen Engagements?

Therese: Wenn wir kurz nach unserer Gründung eine Idee hatten, waren wir immer fester Überzeugung, dass das alles in spätestens einem Monat umgesetzt werden würde. Wir haben unterschätzt, wie viel Arbeit hinter alledem steckt. Ich würde mir also selbst raten, etwas geduldiger zu sein. Der Idealismus hat mich nie verlassen und den will ich auch weiterhin behalten. Das wäre auch mein Tipp für alle, die jetzt so jung sind, wie ich damals war: seid idealistisch und tut auch was dafür, damit eure Ideen gehört werden – es zahlt sich aus! 🙂

ACT NOW!

GUIDE ZUM (POLITISCH) AKTIV WERDEN

Du möchtest etwas für die Welt tun, dich mit Politik oder Umwelt auseinandersetzen oder neue Leute treffen, die deine Meinung teilen? Es gibt viele Möglichkeiten politisch aktiv zu werden. Diese Schritte können dir dabei helfen:

1. Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Bevor du dich für etwas engagierst, informiere dich nochmal genau über die Themen. Überlege, ob die Argumente und Meinungen von Politiker*innen, Eltern oder anderen in der Schule für dich richtig klingen und recherchiere zu Hause. Vergiss dabei nicht darauf deine Quellen zu prüfen.

2. Bleib fair!

Meinungen sind genauso unterschiedlich wie Menschen. Austausch ist wichtig, rede mit anderen über das, was du hörst, siehst oder wofür du dich interessierst. Oft kommt man gemeinsam auf neue Ansichten. Selbst wenn ihr total unterschiedlicher Meinung seid, lernt ihr so etwas mehr über eure Überzeugungen und die der anderen. Bleib’ in Diskussion fair, vertrete deine Meinung und respektiere die Meinung der anderen.

3. Gib deiner Meinung eine Stimme.

Wenn du die Möglichkeit hast wählen zu gehen, nütze die Chance Personen oder Parteien zu wählen, die deine Interessen vertreten. Egal ob in der Schule, im Bezirk oder landesweit, deine Stimme ist wichtig, gib ihr eine Möglichkeit gehört zu werden.

4. Act now!

Es gibt viele Möglichkeiten, dich für deine Überzeugungen einzusetzen, oft ist die Lösung direkt vor der Nase. Du musst dabei nicht gleich einem Verein oder einer Partei beitreten. Mach dich in deinem Bezirk oder in deiner Schule schlau, unterhalte dich mit Freund*innen, oft sind es die kleinen Möglichkeiten, mit denen du bereits eine Aktion setzen kannst. Interessierst du dich doch für eine Organisation, sind offene Info-Abende eine gute Möglichkeit die Anderen und ihre Interessen kennen zu lernen.

Von kleinen Aktionen mit Freund*innen oder das Demonstrieren über das Aushelfen in einem Verein bis zum Beitreten einer Jugend-Partei, die Möglichkeiten dich für deine Interessen und Überzeugungen einzusetzen sind so unterschiedlich und vielfältig wie wir. Hör dabei auf dich selbst und schau auf dich, für Schule und Freizeit ist dabei immer genug Zeit. 

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