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Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, in der rassistisches Denken institutionalisiert, also im System eingebettet, ist. Rassismus beginnt dort, wo auf Basis von bestimmten Merkmalen Unterschiede angenommen werden, die es eigentlich gar nicht gibt. Diese Unterschiede haben jedoch für betroffene Personen konkrete Konsequenzen und negative Auswirkungen auf ihren Lebensalltag. Umso wichtiger ist es, die eigenen Gedanken wie auch das Handeln anderer zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen, denn jeder von uns trägt rassistische Gedanken- und Handlungsmuster in sich.

Die Serie gliedert sich in 3 Teile, nach jedem Part könnt und solltet ihr euch näher mit dem Problem Rassismus auseinandersetzen. Im ersten Teil wollen wir einige Begriffe erklären und euch Anhaltpunkte geben, um euch mit euren eigenen Privilegien auseinanderzusetzen. Der zweite Teil dreht sich um das Happyland, basierend auf Tupoka Ogette’s Buch “exit RACISM.”. Im dritten Teil möchten wir euch Möglichkeiten zeigen, um eure Privilegien zu nutzen, um das Problem für Betroffene zu schmälern und einzuschreiten, wenn ihr Zeuge von rassistischen Taten und Aussagen werdet. 

Die Bezeichnung Schwarz werden wir hier groß schreiben. Wir tun das, um aufzuzeigen, dass es sich nicht um eine biologische Einteilung oder Hautfarbe handelt. 

Der Begriff Schwarz ist eine Selbstbezeichnung und bezieht sich auf gemeinsame Erfahrungen, die Menschen mit Rassismus machen. Wenn wir von weißen Privilegien sprechen, meinen wir soziale, wirtschaftliche sowie politische Vorteile, die Menschen genießen, und ihre geschichtlich gewachsene Machtposition in der Gesellschaft.

Dieser Beitrag wurde in Kooperation mit “ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit” von weißen Österreicherinnen, also Personen die Rassismus nie am eigenen Leib zu spüren bekommen haben, geschrieben und zusammengefasst um vor allem weiße Mitmenschen dazu aufzurufen sich mit dem vielschichtigen Thema Rassismus auseinanderzusetzen, die eigenen Privilegien zu erkennen, und in weiterer Folge auch zu nutzen um Betroffenen den Rücken zu stärken. Denn Privilegien sind Vorteile, die man nutzen kann um die Nachteile anderer zu minimieren. 

Ein Großteil der Informationen, die wir hier zusammengefasst haben, stammt aus Tupoka Ogette’s sehr empfehlenswerten Buch “exit RACISM.” (auch als Hörbuch auf unterschiedlichen Streamingplattformen verfügbar). 

Was ist Alltagsrassismus?

Mit Fragen wie “Wo kommst du wirklich her?” oder “Darf ich deine Haare angreifen?” dringen wir viel zu weit in die Privatsphäre der Person uns gegenüber ein. Alltagsrassismus entsteht da, wo vermeintliche “Normen” unhinterfragt angenommen werden und dazu führen, dass Menschen aufgrund von Hautfarbe oder Ethnizität oder Kulturalität als “die Anderen” wahrgenommen werden. Mit womit wiederum oft eine negative Stereotypisierung einher geht. Selbst wenn der Griff in die Haare oder die Frage nach der Herkunft von Seiten der Weißen Person als nicht rassistisch empfunden wird, gibt es dem Gegenüber das Gefühl nicht dazu zu gehören, anders zu sein – nicht der “Norm” zu entsprechen, einer Norm die letztendlich wiederum nur von uns Weißen konstruiert und aufrechterhalten wird. 

Was ist institutioneller Rassismus? 

Institutionalisierter Rassismus spielt sich eine Ebene weiter oben ab, nämlich innerhalb der Institutionen unserer Gesellschaft, wie zum Beispiel in Schulen, den Massenmedien oder dem Gerichtswesen. Vorurteile und Rassismen in den Strukturen solcher Einrichtungen führen dazu, dass sich jene auch wiederum in den Köpfen der Menschen verfestigen und reproduzieren. Im Zusammenhang mit institutionellem Rassismus spielt auch Racial Profiling – das Zuschreiben von Charakteristika aufgrund von äußerlichen Merkmalen – eine maßgebliche Rolle. Vor allem innerhalb der Polizei wird Racial Profiling oft als Grundlage dafür verwendet, um zu entscheiden wer bei Stichproben-Kontrollen rausgepickt wird und sich ausweisen muss. Diese Methode ist nicht nur rassistisch sondern auch illegal und sollte in jedem Fall gemeldet werden. Bei Organisationen, wie zum Beispiel ZARA, gibt es die Möglichkeit für direkt Betroffene, sich in solchen Fällen beraten zu lassen und Unterstützung zu holen.

White Privilege 

Da wir von diesem Thema aus erster Hand berichten können, haben wir uns hingesetzt und uns Gedanken zu unseren Privilegien gemacht. Hier ein Auszug der Vorteile, die wir, die Autorinnen aufgrund unserer Hautfarbe genießen:

  1. Ich wurde in meinem Geburtsort nie als fremd oder nicht einheimisch betrachtet.
  2. Kinder haben mich nicht aufgrund meiner Hautfarbe ausgeschlossen oder als fremd bezeichnet.
  3. Ich war noch nie die einzige Weiße Person im Raum.
  4. Fremde Personen möchten mir nicht in die Haare greifen.
  5. Fremde Personen fragen nicht nach meiner Herkunft oder der Herkunft meiner Eltern & Großeltern. 
  6. Meine Fähigkeiten, Interessen, Charakterzüge und Körpermerkmale wurden weder als typisch noch als untypisch für mein Weißsein betrachtet.
  7. Wenn ich auf Reisen bin, habe ich keine Angst davor unerwünscht zu sein.
  8. Ich habe nicht ständig das Gefühl aufgrund meines Aussehens bewertet zu werden
  9. Ich finde in jedem erdenklichen Arbeits- und Lebensbereich Vorbilder meiner Hautfarbe.
  10. Menschen meiner Hautfarbe werden in den Medien nicht stereotypisch dargestellt. 
  11. Wenn Menschen von mir erzählen, werden sie nicht hinzufügen, dass ich Weiß bin. 
  12. Meine Meinung ist auch dann wichtig, wenn ich nicht selbst vom Problem betroffen bin.
  13. Ich werde bei sogenannten Stichproben-Kontrollen nicht von der Polizei kontrolliert.
  14. Menschen werden nicht grundlos vorsichtig oder gar ängstlich, wenn ich ihnen gegenübertrete.
  15. Wenn ich gut deutsch kann,  das nicht als besonderes empfunden.
  16. Wenn ich in einem Club nicht erwünscht war, lag es nicht an meiner Hautfarbe oder meinem Namen.
  17. Ich habe noch nie aufgrund meiner Hautfarbe Beschimpfungen oder Ungerechtigkeiten ertragen müssen.

Selten werden wir als Weiße dazu aufgefordert die Vorteile unserer Hautfarbe zu erkennen und zu benennen, und doch werden nicht-weiße Menschen ständig an unsere Privilegien erinnert und damit konfrontiert, dass sie diese nicht genießen können. 

Hausaufgabe:

Versuche in Gedanken oder auf Papier festzuhalten, welche Vorteile das Weißsein für dich in deinem Umfeld bietet und mit welchen Schwierigkeiten nicht-weiße Menschen konfrontiert wären, wenn sie in deinem Umfeld leben würden.

Hier findet ihr Teil 1 „How to be an Ally“ & Teil 2 „Unser Happyland Österreich“.

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